Maritimes Säbelrasseln

Die internationalen Fischfangflotten rauben am Horn von Afrika Milliardenwerte. Die daraus resultierende Piraterie wird von Industriestaaten mit Militarisierung der wichtigen Handelsroute beantwortet

Weithin sichtbar waren die Flammen, als in der Nacht von 18. auf den 19. November die indische Fregatte »INS Tabar« im Golf von Aden ein vermeintliches Piratenmutterschiff beschoß und versenkte. Nachdem in den Wochen zuvor mehrere Schiffe von Freibeutern gekapert worden waren, zuletzt der saudische Supertanker »Sirius Star«, gab es damit endlich eine Erfolgsmeldung im Kampf gegen die Piraten. In »Selbstverteidigung« und in einem »erbitterten Kampf« konnte die indische Marine den »Piraten ihre schwimmende Plattform« entziehen – so bejubelten die meisten internationalen Medien das Geschehen. Als sechs Tage später der vermutlich einzige Überlebende der Besatzung aus dem Meer gerettet wurde, kam eine gänzlich andere Geschichte zum Vorschein. Piraten hatten den thailändischen Fischkutter »Ekawat Nava 5« geentert. Als die »Tabar« sich näherte, drohten die Piraten, gaben einige Schüsse ab und verließen den Fischtrawler mit ihren Schnellbooten. Das Schiff mitsamt seiner größtenteils gefesselten Besatzung ging in Folge des Beschusses durch das Kriegsschiff in Flammen auf und sank. Ein Besatzungsmitglied wurde tot geborgen und 14 werden bis heute vermißt.

Dieser Vorfall zeigt überdeutlich, was es bedeuten kann, wenn Piratenbekämpfung zu einer militärischen Aufgabe wird. Wer den Indischen Ozean zum Aufmarschgebiet für eine neue Runde globaler Machtpolitik macht, der trägt massiv zur sicherheitspolitischen Eskalation bei. (IMI-Analyse 2008/040 - vom 5.12.2008)

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5.12.08 16:18

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